Angst vor Freu(n)den?

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Im Leben begegnen uns viele Menschen.

Einige werden nur kurz unseren Weg kreuzen, andere begleiten uns ein ganzes Stück des Lebensweges, einige davon werden zu Freunden, andere sind nur Begleiter.

Immer, wenn uns jemand begegnet, gehen wir intuitiv auf ihn zu, wir sind offen für die Begegnung. Wenn die Person in unsere Aura tritt, wird es angenehm oder wir fühlen uns betroffen von den Dingen, die in unsere Aura eintreten. Es ist an uns, die Begegnung zu würdigen, egal ob Freude oder Unmut, Friede oder Ärger uns beschleicht.

Am Ende des Weges war die Begegnung für uns beide Wertvoll. Wir brauchen meist etwas länger, bis wir das erkennen, besonders bei den unangenehmen Begegnungen. Ich möchte Sie ermutigen, jede Begegnung als beiderseitiges Geschenk zu verstehen.

Wir lernen oft am meisten über uns selbst, wenn wir uns nicht wohl fühlen. Warum?

Das Leben funktioniert wie ein Spiegel. Das, was wir bei anderen ablehnen, ist das, was wir an uns ablehnen. Wenn es unangenehm wird, bekommen wir etwas gezeigt, was wir in unserem Leben lernen wollen, etwas, was wir als Lichtwesen noch nicht kennen, oder etwas, dass uns Unmut oder gar Schmerzen bereitet hat in vergangenen Leben. Längst nicht immer reicht eine Begegnung aus. Manchmal brechen wir die Beziehung ab, weil wir es nicht aushalten das Thema zu betrachten. Wir sind vielleicht noch nicht bereit für den finalen Schritt. Genauso kann unser Gegenüber noch nicht so weit sein, das anzunehmen, was wir ihm unbewusst zeigen. Aber wenn wir durchhalten, oder es bei einer weiteren Begegnung endlich erkennen, dann ist das Erlebnis des Lernens noch schöner. Weil wir erkennen, unsere Angst vor dem Thema war unbegründet. Jetzt können wir das nächste lernen.

Manchmal zerbricht die Freundschaft daran, und sie kann hier nicht mehr gekittet werden, bestimmt aber in einem anderen Leben. Es lohnt sich daran zu arbeiten, den Frieden mit sich selbst und dem Gegenüber noch in diesem Leben zu erreichen. Lassen Sie nicht nach, den Frieden für sich selbst zu finden. Das ist der Dienst, den Sie sich und dem Gegenüber erweisen sollten.

Gelegenheiten für all diese Dinge, die wir lernen wollen, sind vorhanden, Sie sind nur nicht immer alle Gleichzeitig frei verfügbar. Fenster öffnen und schließen sich, geben Sie alles um das offene Fenster zu nutzen. Wenn das Fenster sich schließt, schlagen Sie es nicht ein, sondern warten Sie darauf, dass es sich wieder öffnet. Das kann lange dauern, aber nur ein offenes Fenster gibt Ihnen die Möglichkeit Frieden zu schließen. Kämpfen Sie nicht für den Frieden, das ist ein Widerspruch in sich.

Bleiben Sie sie selbst, nehmen Sie an und geben Sie das, was Sie zu geben haben (Sich!), seien Sie authentisch und verbiegen Sie sich nicht. Verzeihen Sie und seien Sie bereit dem anderen einen Dienst zu erweisen. Wenn es sich nicht mehr richtig anfühlt, achten Sie darauf, ob die Angst Sie beherrscht und zu Fehlern verleitet. Wenn es Zeit ist zu gehen, lassen Sie los. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich ein, wenn Sie nicht mehr weiterkönnen. Es ist IHRE Entscheidung, denn Sie bleiben in der Selbstverantwortung. Quälen Sie sich nicht selbst, das quält den anderen. Verlangen Sie vom anderen nicht, etwas zu tun, was ihm nicht liegt, etwas, wofür er sich für quälen muss (wir lösen das manchmal im Gegenüber aus ohne es zu wollen). Ihr Gegenüber kann das vielleicht nicht gleich verstehen, er wird sich angegriffen oder missachtet fühlen. Sie können sich missachtet oder angegriffen fühlen, wollen um jeden Preis, dass der/die andere Sie versteht. Doch es ist wichtig, dass Sie bei Ihrer Entscheidung bleiben. Bedenken Sie bitte, es könnte vielleicht ein viel größerer Streit entstehen. Und es kann ebenso gut sein, dass die Trennung das ist, was Ihr Gegenüber erleben muss um an seinem Thema zu arbeiten. Exakt in dieser Form, wie Sie die Trennung vollziehen. Oder Sie sollen lernen, Beizeiten zurück zu treten und die Dinge mit Abstand betrachten. All das finden wir erst heraus, wenn wir diesen Schritt gehen. 

„Wenn es Dir schlecht damit geht, ist es nicht richtig“. Ziehen Sie einen Strich. Vergeben Sie dem Gegenüber, aber vor allem, vergeben Sie sich selbst, damit der Gegenüber Ihnen vergeben kann. Dann warten Sie auf die Erkenntnis, wozu es diente, was es Ihnen gezeigt hat. Und seien Sie dankbar für das Erlernte.

Leider wird auch bei Begegnungen mit engen Freunden mal etwas zerbrechen. Weil wir etwas erwarten, was der andere nicht darstellen kann. Oder er hat etwas von uns erwartet, was wir nicht darstellen konnten. Weil wir nicht merkten, dass der Freund (oder sein Umfeld) sich verändert hat. Wenn Sie sie selbst waren, seien Sie sicher, Sie haben Ihren Beitrag geleistet. Und nach dem Schmerz kommt die Erkenntnis. Wenn es weh tut, schauen Sie hinter den Schmerz. Erkennen Sie die wahre Bedeutung und segnen Sie Ihr Gegenüber für die geleistete Arbeit! Beide Seiten nehmen sich Dinge zu Herzen, und eine zerbrochene gute Freundschaft bereitet so viel Schmerz, dass der Schluck aus dem Kelch der Erkenntnis so viel süßer schmeckt. Auch wenn wir länger darauf warten müssen.

Gehen Sie in die „radikale Vergebung“ (Tipping-methode, deutsche Homepage, Arbeitsblätter zur Selbsthilfe,  Das Buch von Colin Tipping). Eine sehr leicht anzuwendende und gleichzeitig effiziente Methode den Schmerz zu wandeln in Erkenntnis und Dankbarkeit.

Die Erkenntnis bringt die Freundschaft vielleicht nicht zurück. Aber sie ist der Schritt in den Frieden. Achten Sie Ihre Freunde, auch – oder vielleicht gerade – wenn sie Ihnen weh getan haben. Vergessen Sie nie, warum diese Person Ihr Freund oder Ihre Freundin war, was Sie zusammen erlebt haben. Haben Sie Platz im Herzen für diesen Menschen, der Ihnen eine wichtige Lektion brachte. Eine, die nur ein enger Freund bzw. eine enge Freundin bringen kann. Die weh tat, aber gleichzeitig so viel für Sie bedeutete.

Ich wünsche uns allen viele fruchtbare Begegnungen, Frieden mit uns selbst, und dass der Kelch der Erkenntnis uns alle möglichst schnell erreichen möge. Damit wir in Frieden mit unseren Freu(n)den leben können.

 

Und an alle (Ex)Freunde dieser Welt: Danke!!

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