Eigenverantwortung

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Wenn ich mir so die Umwelt anschaue, was darin so passiert, wie wir Menschen miteinander umgehen, wie wir uns verhalten, dann wird mir klar, leben in Eigenverantwortung, jeden Moment des Lebens, ist nicht einfach.

Warum ist das so? Zum einen hat in den letzten Jahren eine Verdichtung unseres Lebens stattgefunden. Somit ist das Bedürfnis nach Ablenkung groß. Das macht uns anfällig für Verlockungen.

Die jüngeren Generationen folgen dem Beispiel der Älteren, sind die Verlockungen der digitalen Welt doch Allgegenwärtig.

Die Industrie bietet immer neue Verlockungen an. So setzt eine Spirale ein. So folgen wir den Interessen Anderer, und sind uns dessen nicht bewusst.

Nein, dies ist kein Aufruf gegen Systeme, vielmehr ein Aufruf, Aktiv mitzugestalten. Wenigstens nicht wie in Trance alles mitzumachen, alles zu schlucken.

Eigenverantwortung bedeutet zu erkennen, was die Situation fordert. Und dabei nicht das große Ganze aus den Augen verlieren. Im Straßenverkehr sollten wir uns auf den Verkehr konzentrieren. Zu Hause können wir uns entspannen, für Erholung sorgen, regenerieren. Diese Trennung scheint verloren zu sein. Denn wir rennen mit Kopfhörern auf den Ohren durch die Straßen. Das Beispiel steht für viele andere Situationen.

Wir betäuben uns mit Geschäftigkeit, lachen über lustige Videos und Bilder, die wir in diversen Medien sehen oder geschickt bekommen. Und merken nicht einmal, dass wir ein Teil dieser Geschichten sind. Dann würden wir wenigstens mal über uns selbst lachen. Das befreit und weckt uns auf. Es macht uns Leichter und gibt uns Freiheit.

Stattdessen „glauben“ wir z. B., dass unser Auto uns Freiheit schenken kann. Die Werbung vermittelt uns den Glauben daran. Fahren durch Flussbetten, die Prairie, oder bis an den Strand. Und wenn das alles hinterfragt wird, wie Zulässig oder Sinnig das ist, hilft die Ausrede, „da kann man so bequem einsteigen“.

Ein Beispiel von vielen. Wir haben scheinbar den Absprung verpasst, haben aufgegeben. Fühlen uns ein Stück weit überfordert von den vielen Informationen, die auf uns einströmen. Dafür sind wir nicht gemacht. Jedoch sind wir genau hier gefordert. Hier ist Selbstverantwortung gefragt. Muss ich jeden Moment die aktuellen Bilder oder Posts von allen Stars und Sternchen kennen? Ist es hilfreich ein Follower zu sein? Netzwerke sind hilfreich, dienen dem Informationsaustausch und damit der Entwicklung aller. Zuviel Information bremst uns, wie zuviel Kraftstoff die Verbrennung im Motor bremst.

Das Internet hat das Informationsmonopol durchbrochen, das ist eine wichtige Entwicklung. Da alles zwei Seiten hat, bedeutet das auch die ungefilterte Verbreitung von Informationen. Die rasend schnelle Verbreitung von Nachrichten kann helfen, vermisste Menschen schneller zufinden. Oder den Ruf eines Menschen zu zerstören, bevor Gerüchte von Fakten getrennt sind.

Andere wiederum springen auf fahrende Züge auf. Influencer sind eben Beeinflusser. Egal ob sie als Werbeagentur Anzeigen und Videos produzieren, oder über Produktplazierungen beim erzählen von Erfahrungen Werbung machen. Sie zeigen, dass nahezu unbegrenzte Mittel vorhanden sind. Sie fördern die Wirtschaft und werden dafür entlohnt. Andererseits zeigen sie uns, wie leicht wir verführt werden können. Letztlich, wie bereitwillig wir uns ver-führen lassen.

Genießen Sie das Leben, bleiben Sie bei sich, konsumieren Sie, wenn Ihnen danach ist. Das Leben hält mehr als nur Entbehrungen bereit. Es lohnt sich aber durchaus, über seine Verantwortung nachzudenken, den Informationsgehalt von Informationen zu hinterfragen, und entsprechend zu reagieren.

So, wie die Gesellschaft funktioniert, sehen wir, dass es kaum Grenzen zu geben scheint, weil wir den Wert bestimmen. Das kann dazu führen, dass wir im Streben nach Mehr übersehen, es bleibt etwas auf der Strecke. Natur, Nationen, und letztlich Menschen.

Die Natur zeigt uns, wie wichtig Balance ist. Ich halte Horrorszenarien wie „die Natur rächt sich an den Menschen für ihre Raffgier“ für das Verdrehen von Fakten für eigene Interessen. Also Influencing.

Es erscheint mir viel einfacher. Die Umwelt zeigt uns den Erfolg unseres Tuns. Immer, überall. Sind wir in der Lage alles zu sehen? Ganz offensichtlich nicht. Krebserrregende Stoffe und Gifte wie Arsen kommen durch Fische auf unsere Teller. Weil die Natur sich rächt???? Nein, weil Menschen es für eine gute Idee hielten, unbenutzte Kriegsmunition in Seen und Meeren zu versenken. Man hatte einfach zuviel produziert und musste den Überbestand loswerden. Um neue, bessere Munition zu produzieren. So gehen wir auch mit Konsumgütern um. Immer mehr Gift gelangt in die Umwelt. Die Konsequenzen bekommen wir auf den Tisch. Immer öfter, immer schneller.

Und wo lesen Sie diese Zeilen? Im Internet. Auch ich möchte ein Influencer sein. Mein Anliegen ist, Sie zu ermutigen Dinge bewusster zu tun. Im Jetzt anzukommen. Zwischendurch vom Smartphone aufzuschauen und die Welt um sich WAHR zu nehmen.

Das ist der Anfang des Weges in die Selbstverantwortung. Der Weg führt über Selbstbestimmung und Freiheit. Zur Erkenntnis, unsere Gesellschaft lebt von Entwicklung, von Wirtschaft und Planung, vom Mit-teilen und Erfahren. Wir sollten erkennen, dass blinder Konsum nur in die Irre führt. Egal ob es sich um blinden Konsum von Gütern oder Nachrichten handelt. Die Konsequenzen warten auf uns.

Damit machen wir unsere Welt, unser Leben, wieder ein Stück Leichter.

Jeder Mensch hat immer Erfolg. In allem was er tut. Denn Erfolg ist, was auf eine Handlung er-folgt. Wenn wir es mögen, sagen wir Erfolg. Wenn wir es nicht mögen, nennen wir es Konsequenz. Dabei ist es das Gleiche. Unsere Wertung macht den Unterschied.

Danke fürs Mitmachen.