Veränderung

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An dieser Stelle möchte ich den Ansatz aus „Der Kleine Troll“ ein wenig fortführen.

Ich hatte dort und an anderen Stellen auf lebenslanges Lernen, etwas an anderen und in sich erkennen, sich erinnern und letztlich sich zu verändern hingewiesen. Ich lasse mal außen vor, warum wir dies tun, oder was der Sinn dahinter ist. Aber ich denke, jedem ist klar, das Leben ist ständige Veränderung. Wir werden älter, verändern unser Aussehen, Freunde kommen und gehen, wir ziehen um, wechseln den Job, verlieben uns, gründen eine Familie und so weiter, und so weiter.

Und ganz egal, ob wir bewusst an dieser Veränderung mitarbeiten, oder ob wir uns weigern, die Veränderungen zu erkennen, es geschieht doch. Manche Menschen ignorieren zunächst was geschehen ist. Manche Menschen können mit Veränderung nicht sofort umgehen. Und in bestimmten Fällen trifft das auf uns alle zu. Manchmal überfordert uns die Situation, und wir brauchen zunächst Kraft für uns selbst, um aktiv die Situation annehmen zu können. Andere sind scheinbar immer in der Lage, sofort auf die Änderung zu reagieren und Herr der Lage zu sein. Wir sind Menschen, wir sind unterschiedlich. Genau das macht uns interessant. Und es gibt uns die Möglichkeit, voneinander zu lernen.

 

Ich halte die Variante eine Veränderung aktiv anzunehmen und darauf zu reagieren für das bestmögliche Vorgehen. Nur dadurch kann ich meinen Weg erkennen und ihn bestimmt gehen. Auch hier werden weitere Veränderungen unseren Weg kreuzen und uns neue Optionen geben. Wir werden an der einen oder anderen Gabelung abbiegen, obwohl wir das nicht eingeplant hatten. Denn solche Optionen ergeben sich erst aus unseren Entscheidungen, die wir treffen. Wenn ich morgens nicht früh aufstehe, wie kann ich den Sonnenaufgang erleben? Wie kann ich dann z.B. erleben, dass mich das erfreut? Und ich mich vielleicht spontan entschließe einen Morgenspaziergang zu machen, um den Tag mit Freude zu starten?

Wie auch immer Sie sich den Tag gestalten, alles hat Konsequenzen. Für Sie und für andere. Warum also darauf warten, dass andere etwas tun? Weil es bequem ist? Auf den ersten Blick schon. Auf den zweiten Blick scheint es mir aber eher so, wie die Reste des Festmahls zu essen, und das erst am späten Morgen nach dem Fest. Abgestanden, zerpflückt, ohne Dekoration, Lückenhaft, angeschnitten, ohne lustige Gesellschaft. Sicher, ernähren wird es mich. Und ich esse sowieso keinen Kaviar. Schinken ist am nächsten Tag auch noch lecker, ich brauche nicht alles perfekt angerichtet, Hauptsache ist, ich werde satt. Körperlich auf jeden Fall. Und das Gemüt, die Seele? Wird die auch satt?

 

Ich hoffe Sie erkennen, dass es nur einen Menschen gibt, der für Ihr Leben verantwortlich ist: Sie selbst! Gehen Sie immer den Weg des geringsten Widerstandes, werden Sie immer die Reste des Festmahls essen. Sie werden auch immer dabei bleiben, denn ohne große Gesellschaft treffen Sie keine neuen Menschen und sehen somit weniger Optionen. Fangen Sie an, die ersten Schritte zu gehen, und z.B. nicht erst am nächsten Mittag die Reste zu essen. Gehen Sie bereits am frühen Morgen hin. Sie stellen fest was auf einigen der mittags leeren Teller drauf ist. Weil noch kein anderer vor Ihnen diese Reste aufgegessen hat. Das weckt Ihre Neugier, Ihren Ehrgeiz, und sie beschließen noch früher aufzustehen und sehen bei immer mehr Tellern, was die ursprüngliche Speise darauf war. Sie stehen noch früher auf, und haben neben mehr gefüllten Tellern bereits die letzten Partygäste als Gesellschaft, die Ihnen berichten, was für ein rauschendes Fest es war. Das Essen schmeckt immer besser, nicht nur weil es etwas frischer und reichhaltiger ist, die Partygäste bringen Sie vielleicht mal zum Lachen. Sie ändern Ihre Strategie, statt ins Bett zu gehen, warten Sie abends länger und gehen bereits nachts zu dem Fest. Kein einziger leerer Teller mehr. Viele angefangen, aber auf jedem befindet sich etwas. So viele Gäste, so viel gute Laune. Ja, es ist ungewohnt und fremd. Manches verstehen Sie noch nicht. Aber dennoch, Sie beschließen noch früher auf das Fest zu gehen. Das Essen wird immer frischer, es schmeckt immer besser, Sie lachen immer öfter. Dadurch, dass Sie immer mehr Leute kennenlernen, ergeben sich vielleicht Möglichkeiten, Dinge auf dem Fest zu erleben, die Sie noch nie erlebt haben. Vielleicht bekommen Sie Zugang zu geschlossenen Veranstaltungen, welche die Grundlage für das Fest sind. Vielleicht sind Sie irgendwann direkt zur Eröffnung auf dem Fest. Sie hören die Eröffnungsrede des Bürgermeisters, sehen das Festmahl frisch angerichtet und unangetastet. All das geht nicht von „Jetzt auf Gleich“. Es ist ein Prozess. Das schrittweise Vorgehen sorgt dafür, dass Sie keine Angst vor dem Ergebnis haben werden. Sie bestimmen das Tempo.

Das ist Veränderung. So wie Sie einen solchen Weg gehen können und andere hinter sich lassen, können Sie weiter Mittags die letzten Reste verzehren und erleben, wie andere diesen Weg der aktiven Veränderung gehen und Sie hinter sich lassen. Veränderung ist immer da, warum also nicht aktiv daran mitarbeiten?

 

Nichts ist so beständig wie die Veränderung.

 

„Wo Licht ist, ist auch Schatten“

In diesem Zusammenhang bedeutet das für mich, ich werde manchmal das Gefühl haben, die Menschen verletzt zu haben, die ich zurückließ. Vielleicht habe ich manchmal das Gefühl, dass ich nicht hart genug daran gearbeitet habe, diese Menschen mitgenommen zu haben. Sie nicht überzeugt habe, wie schön es doch sein kann. Ihr Partner wird vielleicht mit Ihrer Veränderung überfordert sein, versteht Sie nicht, hat Angst zurück zu bleiben. Statt seinen Weg zu finden und ihn zu gehen. Wenn Sie und Ihr Partner zusammen leben sollen, wird sich auch eine Weggabelung nicht als Ende erweisen, die nächsten Gabelungen werden Sie wieder zusammenführen. Und wenn das so nicht sein soll, können Sie es nur akzeptieren und nach vorne schauen.

Auch das gehört zu uns. Mitgefühl haben. Wir gehören zusammen als Menschen auf diesem Planeten. Sollten Sie auf Ihrem Weg mal das Gefühl haben, Sie verlieren einen Menschen, lassen Sie davon ab ihn überzeugen oder erziehen zu wollen. Es gibt nur Diskussionen um die Positionen, beide Seiten versuchen Recht zu haben. „Ich bin nicht Dein Lehrer und Du bist nicht meine Mutter / mein Vater“ ist ein Satz, der mir dabei hilft. Ich hoffe, Sie finden für sich einen passenden Satz, der Sie aus der Situation herausholt. Wir sind nur für uns verantwortlich, nicht für andere (unsere Kinder in einem gewissen Rahmen mal ausgenommen). Wir können niemand anderen verändern, nur uns selbst. Der andere reagiert darauf, so wie es sein Weg vorsieht. Alles nur eine Frage der Wahl die wir treffen. Und je eher wir das akzeptieren, desto leichter wird es für uns.

Vielleicht finden Sie dazu auch in „Akzeptieren, wer ich bin“ ein paar Hinweise.

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