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Blumen und Menschen

In den vorangegangenen Beiträgen habe ich oft betont, wie wichtig es ist, dass wir unsere Eigenschaften annehmen und akzeptieren. Sie sogar manchmal ausleben sollten, weil wir jemandem damit eine Hilfe darstellen, eine Gelegenheit zur Heilung bieten, ohne es zu wissen.
Nehmen wir eine Blüte als Beispiel. Blüten haben bestimmte Farben, verströmen bestimmte Duftstoffe oder haben bestimmte Blütenformen. Alles aus bestimmten Gründen, so lassen sie sich zum Beispiel besser von Bienen finden, die eine andere Farbwahrnehmung haben, als wir Menschen. Somit stellen sie sicher, dass sie von Bienen bestäubt werden. Andere haben eine bestimmte Blütenform, die nur durch ihre Bestäubungsinsekten besucht werden können, da sie bestimmte Anforderungen an den Bestäuber stellen. Oder sie bieten Schutz für diese Insekten in Form eines Schlafplatzes. Was immer die Natur sich dabei gedacht hat, dass z.B. Heidelbeeren und einige andere Arten ihren Pollen nur bzw. besser freigeben, wenn sie geschüttelt werden, es ist einfach so. Und eine Hummel z.B. vibriert während sie auf der Blüte sitzt, gilt somit für diese Blüten als der effizientere Bestäuber.
Was also, wenn die Hummel aufhört zu vibrieren? Oder die Blüte die Pollen einfach so abgibt? Schwer im Detail zu erkennen, es hätte aber in jedem Falle Auswirkungen auf die Hummeln bzw. die Heidelbeeren. Und vermutlich auf weitere Insekten und Pflanzen, weil sich die Heidelbeeren schneller vermehren und andere Pflanzen verdrängen, oder weil ihre Anzahl langsam zurückgeht, was die Ausbreitung anderer Arten zur Folge haben könnte. Die Evolution beider Arten hängt in gewissen Teilen voneinander ab.

So verstehe ich unsere Position im Leben, unsere Eigenschaften, die wir mitbringen und Entwickeln. Sie haben ein oder mehrere Gegenüber, die auf uns warten. Und wenn wir uns verstecken oder verstellen, hat die Hummel eben aufgehört zu vibrieren. Vermutlich hat unser Gegenüber irgendwann einen anderen Menschen gefunden, um seine Aufgabe zu lösen. Aber wir haben uns auch auf dem Weg unserer Entwicklung einen Umweg geleistet. Und vielleicht unnötige Schwere in unser Leben geholt.
Ist es da nicht sinniger, sich mal Zeit für sich selbst zu nehmen und sich zu akzeptieren? Damit der nächste Schritt folgen kann?
Manchmal bin ich morgens einfach dankbar, dass die Reifenmoleküle meines Autos sich nicht über Nacht entschieden haben, ein Generator zu sein 😉